Folgen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Fälligkeit von Ansprüchen

Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat zur Folge, dass alle Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis zur Zahlung fällig werden.

Unverzichtbarkeit unabdingbarer Ansprüche

Während der Dauer des Arbeitsverhältnisses und vor Ablauf von einem Monat nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses kann der Arbeitnehmer nicht wirksam auf Ansprüche aus unabdingbaren Vorschriften des Gesetzes oder eines Gesamtarbeitsvertrages verzichten.

Rückgabe- / Herausgabepflichten

Mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind beide Parteien verpflichtet, Sachen der jeweils anderen Partei zurückzugeben. Für den Arbeitnehmer insbesondere bedeutet diese Pflicht, dass er Arbeitsgeräte und -material herauszugeben hat. Diese Pflicht erstreckt sich auch auf die Rückgabe von Dokumenten, Datenträgern und die Löschung von elektronisch gespeicherten Dokumenten auf privaten Computern und Datenträgern des Arbeitnehmers.

Zwischenzeugnis und Arbeitszeugnis / Arbeitsbestätigung

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Arbeitnehmer auf Verlangen ein Zwischenzeugnis auszustellen. Der Arbeitnehmer ist für die Stellensuche u.U. auf ein Zwischenzeugnis angewiesen. 

Mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist der Arbeitgeber auch verpflichtet, dem Arbeitnehmer ein Arbeitszeugnis auszustellen.

Sowohl Zwischenzeugnis als auch Arbeitszeugnis haben Auskunft über die Leistungen und das Verhalten des Arbeitnehmers Auskunft zu geben und müssen wohlwollend formuliert sein.

Auf Verlangen des Arbeitnehmers ist anstelle eines Arbeitszeugnisses eine Arbeitsbestätigung auszustellen.

Konkurrenzverbot / Konventionalstrafe

Mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses tritt ein allfälliges mit dem Arbeitnehmer vereinbartes nachvertragliches Konkurrenzverbot in Kraft.

Voraussetzungen

  • Schriftliche Konkurrenzverbotsabrede
  • Handlungsfähigkeit des Arbeitnehmers
  • Einblick des Arbeitnehmers in den Kundenkreis oder in Geschäfts- und Fabrikationsgeheimnisse
  • Schädigungsgefahr für den Arbeitgeber
  • Örtliche, zeitliche und sachliche Beschränkung des Konkurrenzverbots

Rechtsfolgen

Verletzt der Arbeitnehmer das Konkurrenzverbot, fallen folgende Ansprüche des Arbeitgebers in Betracht (OR 340b):

  • Unterlassungsanspruch, jedoch nur bei besonderer Abrede.
  • Konventionalstrafe, jedoch nur bei besonderer Abrede.

Weiterführende Informationen

Freistellung

Mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses kann der Arbeitgeber den Arbeitnehmer von der weiteren Arbeitsleistung freistellen. Damit verzichtet der Arbeitgeber auf die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers und der Arbeitnehmer ist nicht mehr verpflichtet, zur Arbeit zu erscheinen.

Kommt der Impuls zur Freistellung vom Arbeitgeber, ist der Lohn weiterhin zu entrichten. Erfolgt die Freistellung jedoch auf Wunsch des Arbeitnehmers, entfällt in der Regel die Lohnzahlung.

mehr zur Freistellung

Abgangsentschädigung

Ohne besondere Vereinbarung ist seit der Einführung des Personalvorsorgeobligatoriums eine Abgangsentschädigung grundsätzlich nicht geschuldet. Wurde eine Abgangsentschädigung vereinbart, ist diese mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu den vereinbarten Konditionen zu entrichten. Wurde keine Abgangsentschädigung vereinbart, ist die Leistung einer Abgangsentschädigung mit dem Arbeitgeber zu verhandeln.

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